Vintage!

Eine Ode an das Wiederverwerten. Oder warum auch Sie wieder einmal auf dem Dachboden schmökern sollten.

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«Das brauche ich eh nicht mehr», geht mir durch den Kopf als ich meine alten Uni-Ordner in ein neues Logopädiezimmer stelle. Zum dritten Mal schleppe ich die Unterlagen von einem Schrank zum nächsten. Etwas nostalgisch beginne ich in den Ordnern zu stöbern. Stunden, Tage, womöglich Wochen habe ich mit diesen Unterlagen verbracht. Jedes Modul ist fein säuberlich dokumentiert und aufbewahrt, eine Momentaufnahme der damaligen Zeit. Und so lange ist das gar noch nicht her. «Was da alles für Arbeit dahintersteckt», denke ich mir.

Wissens-Transfer

Immerhin hat mir dieses Wissen jemand vermittelt. Und diese Jemands haben das Wissen wiederum vermittelt bekommen. Und so weiter und so fort, ein Rattenschwanz an Arbeit und vermitteltem Wissen. Und während ich die Ordner so durchblättere, merke ich, dass sich wie wohl in jedem Beruf auch in der Logopädie nicht alles je Gelernte in der Praxis wieder umsetzen lässt. Es findet sich wohl oder übel nur ein Bruchteil des Wissens wieder in der Praxis.

Vergessene Schätze

Doch da! Plötzlich entdecke ich ein ganzes Register voll mit Therapieideen zum Thema «Aussprachestörungen». Es sind Ergebnisse einer Gruppenarbeit. So folgen seitenweise Inputs, Skizzen, Links, Beschreibungen. Und eh ich mich versehe, brüte ich mit Stift und Papier über dem Register und schreibe mir diese vermeintlich alten Ideen auf. Das alles fühlt sich ein bisschen an wie auf einem Sammler-Flohmarkt – überall verloren geglaubte Schätze. Nach einiger Zeit und drei vollen Seiten neuen alten Ideen stelle ich den Ordner behutsam in den Schrank zurück. «Den behalte ich wohl doch noch ein wenig».

Anika Helfer

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